Reformatorische Schulgründungen im norddeutschen Raum
Wie viel Tradition darf’s denn sein?

Das Jahr 2017 – Lutherjahr, Jubiläumsjahr der Reformation – stellt auch die Schulen, die ihre Gründung oder ihre Erneuerung der reformatorischen Bewegung zu verdanken haben, vor die Herausforderung, Projekte und Feierlichkeiten zu organisieren, etwas auf die Bühne zu stellen oder aufs Papier zu bringen. Beinahe zwangsläufig ergeben sich dabei folgende oder ähnliche Fragen:

Wie lässt sich Tradition erhalten? Wie geht man mit Kontinuitäten und Brüchen in der Schulgeschichte und Traditionspflege um? Was verbindet Schulen mit ähnlicher (Gründungs-)Geschichte heute vielleicht noch? Was kann man voneinander lernen? Was heißt eigentlich Humanismus damals und heute? Wie lässt sich die ganze Schulgemeinschaft für das Thema gewinnen? Wie rechtfertigen wir die Altsprachlichkeit? Wie soll das am fernen Horizont herannahende Schulgründungsjubiläum feierlich begangen werden?

Zwar wird jede Schule für sich individuelle Antworten auf diese und viele andere Fragen finden müssen. Aber warum sollten sich die Schulen dieser Aufgabe nicht gemeinsam stellen und in den Ideenaustausch treten, um mögliche Gestaltungsformen, Herangehensweisen und Lösungen zu präsentieren und sich gegenseitig zu inspirieren? Damit ließen sich nicht nur willkommene Synergie-Effekte erreichen und die Vielfalt der schulischen Arbeit auch einem breiteren Publikum bekannt machen, sondern vielleicht auch Kooperationen zwischen den Schulen entwickeln, die über die Phase der Gründungsjubiläen hinausreichen. Nicht zuletzt könnte man so dazu beitragen, das Geschichtsbewusstsein bei den Schülerinnen und Schülern dieser Schulen nachhaltig zu stärken, indem sie ihre eigene Schulgeschichte zum einen in der geistesgeschichtlichen Entwicklung des 16. Jahrhunderts und zum anderen in der Bildungslandschaft im geographischen Sinn verorten können.

Um einen solchen Austausch zu realisieren, enstand die Idee, eine gemeinsame Website zu gestalten, auf der sich die Schulen als reformatorische Gründungen bzw. als von der Reformation geprägt präsentieren und die gleichzeitig als ein Forum des Ideenaustauschs dient. Zur Mitarbeit eingeladen wurden Schulen aus Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.